Das Buch...

...zum Reinschauen
...in der Kritik
...als Leseprobe

Cover zum Download

Fenster auf, Fenster zu

Roman

Manuela Fuelle

2011, 256 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-016-9

€ (D) 19,90 / (A) 20,50*

In den Warenkorb 


Empfehlen Empfehlen

Die Vatersuche der Tochter wird zum Aufbruch und schließlich zur Reise in die Kindheit. Familie? Eine faszinierende »Choreographie des Undurchschaubaren« …

»Ein überzeugendes Debüt. Eine bemerkenswerte Geschichte von Vater und Tochter. Komisch, lakonisch. Ein etwas anderer Blick auf die Untiefe namens Familie.« Dagmar Leupold

»Familien sind schlagende Verbindungen«: Manuela Fuelle erzählt in ihrem ersten Roman die Geschichte einer geteilten, zerstreuten Familie – und sie erzählt insbesondere die Geschichte des Vaters, eines inzwischen alten Mannes, der sich selbst als Aussteiger versteht. Mit seinen Eskapaden und Ideen hält er die Familie beständig in Atem. Niemand weiß, was er gerade anstellt, was er gerade denkt, wo er gerade ist und wann er wieder kommt. Nein, er ist kein Alzheimer, er ist nicht dement. Sondern war schon immer ein verrückter Typ, folgte immer schon einer anderen Logik. Er war, er ist ein Vater, um den man sich irgendwann einfach sorgt.
 
»Eine Vaterfigur, so vielschichtig und im besten Sinne widersprüchlich, dass sie einen nur schwer wieder loslässt.« Martin Gülich
 
 
Ein paar Zeilen zur Probe:
 
»Alle Frauen mochten meinen Vater. Mein Vater sah gut aus und zog zwei seiner Kinder alleine auf. Damals gab es diesen Typ Mann eher selten.Ein gutaussehender alleinerziehender Mann, wo gab es das schon. Jedes Frauenherz fiel meinem Vater zu. Er brauchte die Frauen mit ihren Frauenherzen nur aufzufangen.«
 
»Mein Vater ist jetzt 84, und wenn ich ihn anrufe,in der Annahme, er sei noch im Haus, dann ist er oft schon wieder in seinem Adlershofer Keller, oder er bewegt sich durchs Land, wobei er die Grenzen Deutschlands nicht überschreiten würde. Er reist nicht wie andere reisen. Im Grunde reist er überhaupt nicht, sondern pendelt. Er pendelt zwischen seinen Wohnorten, zwischen Stadt und Land und zwischen Liebe und Pflichtgefühl hin und her. Und er hat dabei nur ein Ziel, er will die Kosten senken. Ja, das gilt auch für die Liebe.
Wie man weiß, hat alles seinen Preis, und für die Liebe zahlt man den höchsten. Mein Vater arbeitet Tag und Nacht an seinen Plänen. Er will unbedingt die Kosten senken. Oft steht er morgens um vier auf, zieht sich an und rechnet ab. Er widmet sich mitten in der Nacht seinen Abrechnungen, und währenddessen kommen ihm die Ideen. Ideen zur Kostensenkung. Tags darauf ruft er mich an, um mir seine kostensenkende Maßnahme mitzuteilen. Zum Beispiel, ich kaufe kein Brot mehr! Ich bleibe dabei, er ist nicht verwirrt. Es ist vielmehr so, er entwickelt bei allem, was er tut, eine ganz eigene Strategie. Er ist nicht verwirrt. Er folgt einer anderen Logik. Auf keinen Fall ist er verwirrt.«

Das Buch zum Reinschauen:

Das Buch in der Kritik:

»Manuela Fuelle changiert zwischen kurzen, stakkatohaften und längeren, Thomas-Bernhard-ähnlichen eliptischen Sätzen. Ihr beschwörendes, mäanderndes, sich zuweilen Kausalketten verweigerndes Erzählen ist nicht immer nur luftig und die Lockerheit des Anfangs weicht irgendwann einer gewissen, zur (absichtsvollen) Redundanz neigenden Erinnerungs-Verbissenheit. Und doch überwiegt der Eindruck, etwas Schönes und vor allem Einzigartiges gelesen zu haben. Ein so ganz anderes Refugienbürgertum wie das der Familie Hoffmann aus Uwe Tellkamps ›Turm‹. (...) ›Fenster auf, Fenster zu‹ ist ein elegischer, zärtlicher Abgesang auf eine Kindheit in der ehemaligen DDR, die mit dem Tod des Vaters droht, endgültig verloren zu gehen und noch einmal - fast rhapsodisch - evoziert und mit ruppiger Behutsamkeit vor dem endgültigen Vergessen gerettet wird.« Glanz & Elend
 
»Eine liebevoll geschilderte, vielschichtige Vaterfigur, widersprüchlich im besten Sinne, die den Leser nur schwer wieder loslässt.« ekz
 
»Der mal komische, mal befremdliche Versuch über die Untiefen des Systems Familie macht es seinen Lesern nicht leicht. Es sind aber gerade die Ecken und Kanten des Erzählens, durch die Fuelles eigenwilliger Roman Glaubwürdigkeit erhält.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mehr assoziativ als chronologisch beginnt die Erzählerin, über die Charakterisierung ihres Vaters auch von ihrer Kindheit zu berichten – und diese lakonisch, komisch und oft auch nachdenklich klingenden Erinnerungsfetzen fesseln. Anders als die Form des Erzählens es nahelegt – in kurzen, oft genug unvollständigen Sätzen, wenig dialoghaft, dafür überwiegend monologisierend, reflektierend – dringt die Autorin im Lauf ihrer Geschichte sehr tief in das Familiensystem ein und legt die Gefühle ihrer Protagonisten offen. Dabei tritt ein sehr klug konzipierter Roman zutage – und einer, der berührt. Manuela Fuelle bewertet ihre Figuren nicht moralisch, sie lässt sie durch ihre Erzählerin einfach lebendig werden. Dabei scheinen Widersprüche auf, Eigenheiten und Fehler, wie sie jeder kennt. Familie, das ist ein System, das verbindet, das trennt. Vor allem aber ist es ein System, dem man nicht entkommen kann.« Badische Zeitung

»Sprachlich jedoch ist ›Fenster auf, Fenster zu‹ eine Herausforderung, auf die man sich einlassen muss. Der Roman bietet wenig Dialog, meist monologisiert die Erzählfigur und gibt so ihr Inneres preis. Die kurzen, teilweise unvollständigen Sätze, die die Leser mühelos selbst vervollständigen können, spiegeln ebenfalls Elas Gefühle wider. So bekommt man den Eindruck, als befände man sich mitten im Kopf der Erzählerin, die eine Flut von hereinbrechenden Erinnerungen verarbeiten muss. Das verleiht dem Buch Tiefe und Authentizität.(...) ›Fenster auf, Fenster zu‹ ist ein berührender Roman mit einer ganz eigenen Sprache. Hat man sich aber erst einmal eingelesen, stellt sich schnell das Gefühl ein, Teil etwas ganz Einzigartigem zu sein.« Literaturkritik.de
 
»Der Roman wird mehr assoziativ als chronologische erzählt und auf den ersten Blick ist er nicht nur sperrig, sondern auch rätselhaft. Es dauert seine Zeit, bis man mit den Familiengeschichte richtig warm wird, dorch berührt sie am Ende ungemein. Fuelle zeigt das System Familie nach ihrer ganz eigenen Façon, ein bemerkenswerter Spagat zwischen nachdenklichen Erinnerungensfetzen und komischen Ereignissen im Hier und Jetzt.« Allmende
 
»Es ist eine wertungsfreie, feinfühlige und zugleich liebevolle Beobachtung. Überwiegend monologisch werden auch Ungereimtheiten der Charaktere herausgestellt, was diesen Tiefen und Spannung verleiht. Eine Tochter-Vater-Geschichte, die viel über Wesen und Wert der Institution Familie zu erzählen vermag.« Ostthüringer Zeitung 
 
»Ein nachdenklicher und heiterer Einblick in eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung.« Ileana Beckmann, Buchprofile/Medienprofile
 
»Mit ausgeprägtem Sinn für Komik und Tragik, feinfühlig und genau porträtiert Manuela Fuelle einen sehr bemerkenswerten Vater und vollbringt dabei das Meisterstück, das feine Gewebe bittersüßer Kindheitswahrnehmungen mitzuspinnen, ohne je zu viel oder zu wenig zu sagen.« die Kirche

»Das Erzählte wirkt unmittelbar und dennoch ausgefeilt. Dieses Zugleich von Exaktheit und Freiheit mag daran liegen, dass es bei diesem Roman eben niemals darum geht, irgendwelche Regeln zum Bilden ohnehin gebräuchlicher Wortaneinanderreihungen zu erfüllen. Sondern? Um Rhythmus und Melodie.« Georg Magirius, Magirius aktuell


Nachrichten über "Fenster auf, Fenster zu":



* Preis inkl. MwSt., innerhalb Deutschlands liefern wir versandkostenfrei.

29. September 2017
Buchpräsentation im Stuttgarter Kunstmuseum mit Nina Jäckle

28. September 2017
Buchpremiere mit Daniela Engist und »Kleins Große Sache«

21. September 2017
Buchpräsentation mit Michael Lichtwarck-Aschoff

17. September 2017
Buchpremiere der »Göttertage« von Gabriele Glang

2. September 2017
SWR Lesezeichen mit Nina Jäckle

Weitere Nachrichten Weitere Nachrichten

Abonnieren Sie unseren Newsletter