Hölderlin, Droste-Hülshoff und Schwab in der »Kleinen Landesbibliothek« (12. April 2012)



Tübingen. Eine »Kleine Landesbibliothek« liefert im April mit Friedrich Hölderlin, Annette von Droste-Hülshoff und Gustav Schwab drei weitere Klassiker aus dem Südwesten. Damit umfasst die Reihe von Klöpfer & Meyer nunmehr 23 Bände - und stellt mit Isolde Kurz und Justinus Kerner für Juni gleich zwei weitere wiederentdeckenswerte Literaten in Aussicht. Als Herausgeber in dieser Staffel wirken Monique Cantré, Wolfgang Alber und der Hesse-Spezialist Volker Michels, der den ursprünglich von Hermann Hesse editierten Hölderlin-Band erweitert hat. (... weiter unter mehr Informationen)

 
Hermann Hesse (1877-1962) hat sich seinerzeit sehr für vernachlässigte Autoren der Gegenwart und Vergangenheit eingesetzt. Eben dies ist auch das Grundanliegen der »Kleinen Landesbibliothek«, die nun mit Volker Michels den renommierten Hesse-Kenner und -Herausgeber gewinnen konnte, Hesses Arbeit fortzuführen: Michels hat den von Hesse kommentierten, 1976 im Insel Verlag erschienenen Band zu Friedrich Hölderlin (1770-1843) erweitert und führt in die Tagebuchblätter, Aufzeichnungen und Briefe Hölderlins ganz in Hesses Sinne ein, der festgehalten hatte: „Werk und Schicksal sind bei Hölderlin nicht zu trennen, wie denn auch der tiefe, göttliche Strom sprachlicher Schöpferkraft zuweilen noch in den späten Gedichten des längst Umnachteten herrlich aufrauscht.“
 
Neben Hölderlin, Goethe, Schiller und Kleist reihte sich Annette von Droste-Hülshoff in die Spitzengruppe der deutschen Literaten ein. Die Dichterin (1797-1848) rang zeitlebens mit ihrer Rolle als gehorsame Tochter und ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung als Künstlerin. Auf der Meersburg am Bodensee fand die Westfalin die „zweite Hälfte“ ihrer Heimat. Schriftstellerisch waren ihre Aufenthalte am Bodensee überaus ergiebig. Hier reiften poetische Texte endgültig, vollendete Droste-Hülshoff Balladen und Naturgedichte aus der Heide, fand sie für ihre frischen See-Eindrücke bezwingende Sprachbilder. In Band 22 der »Kleinen Landesbibliothek« mit den am Bodensee entstandenen Versen führt Monique Cantré ein.

»Unterwegs mit Auge, Kopf und Herz« titelt die Einführung von Herausgeber Wolfgang Alber zu Band 23 der »Kleinen Landesbibliothek«, den »Landschaftsbildern« von Gustav Schwab (1792-1850). Schwab ist mit den »Sagen des klassischen Altertums« in die Literaturgeschichte eingegangen und hat diese zudem als Balladendichter, Zeitschriftenredakteur und Förderer von Talenten wie Wilhelm Waiblinger bereichert. Jahre vor dem ersten Baedeker entstanden seine Wander- und Reiseführer, in denen er malerische Sehweise mit poetischer Beschreibung, nüchternen Tatsachenblick mit romantischer Empfindsamkeit, kulturhistorische Gelehrsamkeit mit durchaus modernem Naturverständnis verbindet.
 
Die Vorstellung großer Autoren und Autorinnen des deutschen Südwestens ist ein zentrales Anliegen der »Kleinen Landesbibliothek«. Die verständlich-verständigen Einführungen seitens der Herausgeber lesen sich als lehrreiche Porträts, die einen Zugang aus heutiger Sicht schaffen. Mit den bislang erschienenen Bänden gibt diese Reihe Einblicke in so unterschiedliche Charaktere wie Wildermuth und Hansjakob, Theodor Heuss und Tony Schuhmacher. Eine Fundgrube und ein Schätzkästchen zugleich.
 
Fortsetzung folgt… mit Isolde Kurz und Justinus Kerner.


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