Geheimsache NSU

Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur

Andreas Förster (Hg.)

2014, 315 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-086-2

€ (D) 22,– / (A) 20,60 [Preis inkl. Umsatzsteuer]

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Der NSU, der so genannte »nationalsozialistische Untergrund«: Drei Terroristen, zehn Morde – und eine unüberschaubar lange Liste an offenen Fragen, falschen Fährten und rätselhaften Zusammenhängen.
Ein wahres Aufklärungsdesaster

Verschiedene Parlamentarische Untersuchungsausschüsse befassen sich mit dem Fall, in München läuft der Mammutprozess am Oberlandesgericht, der vor dem Frühsommer 2015 schwerlich beendet sein wird. Der ganze Komplex erweist sich freilich immer mehr als politisch hochbrisante Geheim- und Verschlusssache. Statt schonungslos aufzuklären, wie es die Bundeskanzlerin noch versprochen hatte, lenken Behörden ab, die Öffentlichkeit wird getäuscht – und geradezu für dumm verkauft.

Der Polizistenmord von Heilbronn scheint der Schlüssel für den ganzen Fall: Zehn renommierte Autoren dokumentieren am Beispiel des NSU-Komplexes die Verhinderung wirklicher Aufklärung, beschreiben anhand noch unveröffentlichter Spuren und Hinweise neue Ermittlungsansätze und analysieren, wie und warum staatliche Behörden, Geheimdienste, Teile der Politik und auch der Medien eine innenpolitische Katastrophe ausblenden (wollen).

Alle zehn Autoren befassen sich seit gut drei Jahren mit der NSU-Mordserie, sie beobachten die verschiedenen Untersuchungsausschüsse sowie den laufenden Münchner Prozess, sie haben Hunderte von Ermittlungsakten ausgewertet, pflegen Kontakte zu Insidern, haben Zugang zu »sehr gut unterrichteten Kreisen«.

Die Autoren:

Frank Brunner,
Journalist, Zeitenspiegel / Esther Dischereit, Autorin, Publizistin / Andreas Förster, freier Journalist, Berliner Zeitung und Stuttgarter Zeitung / Hajo Funke, Politikwissenschaftler / Manfred Gnjidic, Rechtsanwalt, u. a. des CIA-Entführungsopfers Khaled El-Masri / Anton Hunger, Autor, Journalist, Kolumnist beim Medium Magazin / Thomas Moser, freier Journalist, ARD / Rainer Nübel, Zeitenspiegel, Stern / Thumilan Selvakumaran, Journalist, Südwest Presse / Ahmet Senyurt, Journalist, ARD


Das Buch in der Kritik:

»Hauptansatz des Buches, das Andreas Förster herausgegeben hat und von namhaften Beobachtern der Szene geschrieben wurde, darunter der Politikwissenschaftler Hajo Funke ist, auf die Lücken und auf die Ermittlungsansätze, die nicht verfolgt wurden, hinzuweisen.Dahinter steht immer wieder die Frage: War die Terrorgruppe nicht doch größer? Vielleicht nicht als feste Gruppe, aber an einigen Taten könnten mehr Leute beteiligt gewesen sein. Als ein weiterer roter Faden zieht sich die Frage nach dem Verhältnis der Verfassungsschützer zur rechten Szene durch das Buch. Und über allem schwebt die Frage: Warum tun sich die Behörden immer noch so schwer mit der Aufklärung, warum wird vertuscht und geblockt?« Neugier genügt. WDR5

»Was in diesem Buch steht, lässt sich durchweg belegen.« Andreas Wang, FAZ

»Das Buch von Andreas Förster lässt schaudern - weil es mit Fakten operiert, die so haarsträubend sind, wie kein Thriller-Autor sie besser hätte erfinden können.« Stern

»Politik und Justiz wollten die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds schonungslos aufklären. Die Autoren des soeben erschienen Buchs "Geheimsache NSU" beschreiben das Ergebnis der staatlichen Aufklärer dagegen als ein einziges Desaster aus falschen Fährten und rätselhaften Zusammenhängen.« kontext

»Geschredderte Akten, verhinderte Festnahmen, Zeugen, die plötzlich sterben, zensierte Presseartikel, gekündigte Journalisten: Die Nichtaufklärung der NSU-Morde zeigt, wie der ›Tiefe Staat‹ in der Bundesrepublik funktioniert, hieß es kürzlich in der taz. Es wird Zeit, dass diese schwelende Staatskrise endlich in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. ›Geheimsache NSU‹ könnte hierfür den Anstoß geben.« Der Freitag

»Das Buch hat nicht den Anspruch, die ›ganze Wahrheit‹ zu enthalten, gewissermaßen die Geschichte des NSU zu schreiben. Ob das überhaupt je geschehen wird, scheint nach der Lektüre sogar fraglicher denn zuvor. Verdienst des Buches ist es vielmehr, Fragen zu stellen und Widersprüche in offiziellen Darstellungen aufzuzeigen: ›Panne oder Absicht‹, fragt Herausgeber Andreas Förster an einer Stelle, an der es um kapitale Fehler der Spurensicherung geht. Die Frage ist so etwas wie das Leitmotiv dieses lesenswerten Bandes.« Gmünder Tagespost

»Bei einem Mord sitzt ein Beamter des Verfassungsschutzes im Nebenraum, bei anderen Schüssen könnten FBI-Agenten am Tatort vorbeigegangen sein, Phantombilder werden nicht veröffentlicht, Akten geschreddert, Spuren wird nicht nachgegangen, Tatorte schlampig abgesucht. Zwei Zeugen, die mehr wissen könnten, sterben unter nicht vollständig geklärten Umständen. Streckenweise liest sich ›Geheimsache NSU – Zehn Morde, von Aufklärung keine Spur‹ wie ein Krimi. Es handelt sich allerdings nicht um Hirngespinste, sondern um das Ergebnis einer dreijährigen Recherchearbeit. Alle Fakten werden in dem Buch mit Quellen benannt, Spekulationen als solche gekennzeichnet.« Haller Tagblatt

»Die Kapitel sind sehr engagiert, provokant und persönlich formuliert, die Fakten seriös recherchiert, aber immer wieder wird der Finger in die offenen Wunden gelegt. Gute Ergänzung zum fast zeitgleich erschienen Titel ›Heimatschutz‹«. ekz

»Dieses Buch ist ein Politthriller und zugleich ein Lehrstück für Zivilcourage – in Politik und Medien.« Verdi

»(...) Schwindelerregend, was der vom Journalisten Andreas Förster herausgegebene Band in Sachen »Geheimsache NSU« zusammenträgt und an immer noch offenen Fragen aufwirft.« Strandgut

»(...) dieses Buch ist wahrscheinlich eines von denen, die man braucht, um sich eine Spur durch die Verwirrung zu legen, die der ganze Komplex der NSU-Inszenierung auslöst.« Detlef Berentzen, taz.blog.de






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