Oktoberplatz

Meine großen dunklen Pferde. Roman

Martin von Arndt

2012, 280 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-86351-023-7

€ (D) 19,90 / (A) 20,50 [Preis inkl. Umsatzsteuer]

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Weißrussland im 21. Jahrhundert. Ein aufwühlendes Buch über die Liebe, über Träume, über Macht und Missbrauch.

Weißrussland im Jahr 2004. Präsident Lukaschenka regiert das Land seit zehn Jahren mit harter Hand nach der Devise: »Mehr Ordnung anstelle von Demokratie. « Zeitungen werden verboten, oppositionelle Politiker verschwinden. Die Bevölkerung hat sich mit allem abgefunden, ertrinkt in einer Mischung aus Wodka und Fatalismus. Und Wasil, der Held des Romans, will seine Tante Alezja loswerden – und zwar für immer!
 
»Oktoberplatz« erzählt von der persönlichen und politischen Frustration, die den 30-jährigen Kulturjournalisten Wasil in Betrügereien, Inzest und Mord treibt.
 
Ein aufschlussreiches Buch über die letzte Diktatur Europas, über kapitalistische und sozialistische Verirrungen, über das Scheitern des Einzelnen am Kollektiv. Ein Coming-of-Age-Roman, der von den Leiden eines jungen Menschen erzählt, der in postkommunistischen Zeiten seinen Weg ins Leben sucht – und immer wieder gegen ein unverrückbares System anrennt.
 

 
Martin von Arndt ist gerne zu Interviews, Hintergrundgesprächen und Podiumsdiskussionen, etwa über die politische Situation in Weißrussland, und Lesungen bereit.

»Martin von Arndt: ein großes poetisches Talent, ein Autor von Rang.« Die Zeit

Das Buch zum Reinschauen:

Das Buch in der Kritik:

»Martin von Arndt hat mit ›Oktoberplatz‹ eine fulminante Familiengeschichte aus dem Hut gezaubert, die keinen Absturz auslässt. Das pralle Leben, herrlich verworren: dramatisch, kurios, witzig, aber eben auch tieftraurig. Ein moderner Schelmenroman!« SWR2, Musik und Literatur aus dem Land
 

»Ein vor Pretiosen wimmelndes Buch. Die Figuren taumeln in diesem Raumschiff mit sozialistischen Butzenscheiben, das sich Weißrussland nennt. Es sind einsame Figuren, die an und in dem leiden, was man großspurig als existentielle Obdachlosigkeit bezeichnen könnte - allerdings ohne dieses Leiden als Attitüde zu stilisieren. Ihnen gemein ist eine Lebenssehnsucht und Menschenbedürftigkeit. Aber wie soll es ohne den einen ›Lebensmenschen‹ gehen? Wie soll man diesen finden, wenn man ihn verloren hat? - Fernab jeder Stereotypisierung sind Martin von Arndts Bücher Seelenexkursionen von Aus-der-Welt-Gefallenen.« Lothar Struck, Glanz und Elend

 
»Mit einer sehr feinen, eigenen Stimme entfaltet der Autor vor dem Hintergrund des politischen Wandels in Ungarn und Weißrussland eine prachtvolle, tragikomische Familiengeschichte.« verdi publik 
 
»Weißrussland – das Land liegt zwar am Rande von Europa, aber eigentlich ist es für uns so weit entfernt wie der Mond. Völlig abgeschottet, zieht es unter der starken Hand seines Präsidenten Lukaschenka seine Bahnen. Der eiserne Vorhang ist hier – so scheint es – immer noch nicht gefallen. Der Schriftsteller Martin von Arndt hat diesen Vorhang ein wenig gelüftet.« SWR 1, Sonntagmorgen
 
»So kompliziert die verwandtschaftlichen Beziehungen sind, so geschickt nutzt sie der Autor, um ein Stück europäischer Geschichte aus dem Blickwinkel des Einzelnen zu präsentieren, ohne Aufklärung, ohne Didaxe. Und das Hineingeworfensein in Umstände und Verhältnisse, unter denen ihm nichts übrig bleibt, als sich um sein Überleben zu kümmern und ihnen so gut es geht die kleinen Glückseligkeiten in Form von Alkohol, Drogen, Sex und Lernen abzutrotzen. Alle sind fremd. Es gibt keine Heimat, weil das Land immer neu verteilt und begrenzt und nie recht befriedet, niemandem eine bieten kann. (...) Martin von Arndt gelingen bezaubernd atmosphärische, wunderbar poetische Bilder – der ›Polentümpel‹ mit Grotten, Gängen und Geheimnissen am Rande ihrer Welt, eingebettet in fette, träge Sommertage, dem Geruch nach Erde, Gras und Brackwasser. Wasja ersäuft beinahe darin. Tragödien werden mit fatalistischer Beiläufigkeit und bitterer Komik erzählt. Wasja jedenfalls bastelt schon eingangs am unnatürlichen Tod seines erpresserischen Tantchens Lesja, mit dem er zwangsweise eine inzestuöse Beziehung pflegt, um die zum geliebten Tantchen Tanja zu realisieren. Was alles und wen er dafür opfern muss …? So großartig wie der ganze Roman, so furios der Schluss!!« Culturmag 
 
 
»Nein, am Ende dieses mit feinem Humor fabulierten, gerne empfohlenen Romans steht nicht die Verheißung einer glücklichen Zukunft. Zeitgeschichte, ungezuckert. Von Arndt konfrontiert sein Lesepublikum mit einer wilden Geschichte der Wurzellosigkeit und des Überlebenwollens, in der das, was gerade noch als Heimat durchgegangen ist, sich beständig wandelt, nur um in diesem Wandel doppelt verloren zu gehen: im Herzen desillusionierter Figuren wie auf der Landkarte. Ich-Erzähler Wasil ist ein ungarischstämmiger, 1974 geborener Lebenskünstler, der seine lose in Weißrussland (später Belarus) verankerte Kindheits- und Familiengeschichte reflektiert (Doderers ›Wer sich in Familie begibt, kommt darin um‹ irrlichtert elegant). Trinkende Männer, inzestuöse Tanten, Mordgelüste, der Abdruck des Politischen im Privaten und die vergebliche Sehnsucht nach dem Zuhausesein in der Liebe: Von Arndt hat in Minsk für diesen Roman recherchiert, und er erliegt nicht falscher Nostalgie, wo Nüchternheit nottut.« ekz 
 
»Motive aus Detektiv-, Liebes- und Politikroman sind verflochten diesem Roman, der im zeitgenössischen Belarus spielt. (...) Bei einem Belarussen bleibt nach der Lektüre ein bitterer Beigeschmack: wegen der Ähnlichkeit der Romanhandlung mit der heutigen Realität.« Deutsche Welle
 
»Mit ›Oktoberplatz‹ ist Martin von Arndt ein rasanter, vielschichtiger, ein komischer und zugleich ernster Roman gelungen, der auf faszinierende Weise die Atmosphäre und die Gefühlswelten von Gesellschaften und privaten Verhältnissen im Umbruch einfängt und brillant in Worte fasst.« dradio, Buchmarkt
 
»Dieses Buch ist teils Tragödie, teils Komödie, auf je­den Fall ein tiefer Blick in die Realität einer postsowje­tischen Diktatur. Es handelt von der Sehnsucht nach Liebe und vom Fremdsein im eigenen Land. Es über­zeugt mit Witz, genauer Beobachtung und dichter At­mosphäreSWR 2, Die Buchkritik
 
»Roh und knallhart beschreibt Martin von Arndt, wie sein Held Resignation und Fatalismus zu entkommen versucht, wie er haltlos nach Heimat und Liebe sucht und dabei weder vor Inzest noch Mord zurückschreckt. Der Autor nimmt das Provisorium des postsowjetischen Lebens ebenso hart ran wie die Ignoranz des Westens und pointiert messerscharf. (...) Martin von Arndt hat in ›Oktoberplatz‹ große Sachkenntnis zu einem Kunstwerk verschlüsselt.« Oberhessische Presse
 
»Martin von Arndt wagt sich an der Seite seines (erneut eigenbrödlerischen) jugendlichen Ich-Erzählers Wassil ins Weißrussland des Jahres 2004, in ein Land, in dem seit 1994 mit Alexander Lukaschenko der letzte europäische Diktator regiert.« Stuttgarter Nachrichten
 
»›Oktoberplatz‹ ist ein komischer, spannender und lebenspraller Roman.« Badisches Tagblatt
 
»Weißrussische Kalamitäten: Martin von Arndt zählt zu jenen leidenschaftlichen Erzählern, die störrische Charaktere porträtieren und sich mit Leidenschaft kunterbunte Geschichten einfallen lassen.« Salzburger Nachrichten

»Der Schriftsteller vermag somit über das literarische Porträt hinaus das Bild einer Gesellschaft zu zeichnen, die von ihrer sogenannten Freiheit nur bedingt Gebrauch machen darf. Über damit verbundene Ängste und Frustrationen sowie über Ignoranz und Feigheit zu erzählen, ist das Anliegen des Autors, der mit seiner lesenswerten Prosa unterhalten, vor allem aber auch sensibilisieren möchte.« Buchprofile / Medienprofile

»Ein faszinierendes Leseerlebnis, locker und dabei todernst.« Hamburger Lokalradio
»Martin von Arndt siedelt seine tragikkomische Erzählung ›Oktoberplatz‹ im autoritär regierten Weißrussland an, und das literarische Wagnis glückt. Die Grenze zwischen Melancholie und Frustration bleibt fließend in diesem sprachstarken Buch.« dpa
 
»Es kann ein bisschen dauern, bis der Leser sich an die ungestylte, eigensinnige Sprache gewöhnt. Dann aber wird er reichlich belohnt, mit Schlagfertigkeiten, Bonmots und - bei aller Widerspenstigkeit - mit klugen, klaren, einfachen und schönen Sätzen, über die Liebe und anderes.« Ludwigsburger Kreiszeitung


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